• Mechthild Reitz

Änderungen in der ZVO (Zuchtverbandsordnung)

Mit der Zuchtverbandsordnung, kurz ZVO, wird die züchterische Arbeit der FN-Mitgliedsverbände koordiniert. Die ZVO gibt als Rahmenrichtlinie für die deutsche Pferdezucht einheitliche Anforderungen unter anderem für die Ausgestaltung der Zuchtprogramme, Unterteilung und Führung von Zuchtbüchern, die Ausstellung von Zuchtbescheinigungen sowie die Sicherung der Identität aller in den Zuchtbüchern eingetragenen Pferde vor.

In der ZVO ist auch die Durchführung von Leistungsprüfungen, Körungen, Zuchtwertschätzung und Zuchtbucheintragungen beschrieben und sie enthält die Zuchtprogramme der verschiedenen Rassen. Hinzu kommen Informationen zu EU-Bestimmungen sowie nationalen Gesetzen und Verordnungen.

Die ZVO steht kostenlos als Download zur Verfügung.

https://www.pferd-aktuell.de/pferdezucht/zuchtverbandsordnung



Die regelmäßige Überarbeitung der Zuchtverbandsordnung gehört zu den Hauptaufgaben des Beirats Zucht der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). In diesem Jahr gab es allerdings nur ein paar Anpassungen.

Die für die Trakehner wesentlichen, wären:

- Einen Gentest auf das Warmblood Fragile Foal Syndrome (WFFS) mussten bislang auch Reitpferde-Hengste für den Eintrag ins Hengstbuch I oder II vorweisen. Gemäß der neuen ZVO ist dieser nicht mehr erforderlich, sofern für dessen beide Eltern ein negatives (homozygot) Testergebnis vorliegt. Die Krankheit WFFS kann nur auftreten, wenn beide Eltern Anlagenträger sind. Bei Anpaarung eines Anlagenträgers mit einer WFFS-freien Stute (oder umgekehrt), besteht die 50-prozentige Wahrscheinlichkeit, wieder einen Anlagenträger zu züchten. In solchen Fällen ist der Gentest daher weiterhin erforderlich.


- Neu ist auch die Namensgebung auch bei Hengsten, die ins Hengstbuch II eingetragen werden sollen. Wie bisher nur für Hengstbuch I-Hengste gültig, erhalten ab dem nächsten Zuchtjahr auch Hengste des Hengstbuches II einen Zuchtnamen, der über den verantwortlichen Zuchtverband mit dem FN-Bereich Zucht abgestimmt werden muss. Eine direkte Abstimmung zwischen Hengsthaltern und dem FN-Bereich Zucht ist nicht möglich. Ein Name gilt erst dann als vergeben, wenn dieser vom Bereich Zucht genehmigt und der Hengst unter diesem Namen in die FN-Hengstdatei aufgenommen wurde.

Bereits im Hengstbuch II eingetragene Hengste, die registrierte Nachkommen haben, müssen nun ebenfalls einen offiziellen Zuchtnamen erhalten. Sollte der bislang genutzte Zuchtname nicht den ZVO-Bestimmungen entsprechen, ist ein neuer Zuchtname mit dem FN-Bereich Zucht abzustimmen. Der bisherige alte Zuchtname wird dann in Klammern hinter dem neuen Zuchtnamen mitgeführt.


Die Anpassungen in Gänze finden Sie hier:

https://www.pferd-aktuell.de/news/aktuelle-meldungen/zucht/zuchtverbandsordnung-mit-ein-paar-aenderungen