• Mechthild Reitz

Pferd des Monats Oktober: Lass die Leute reden! - Bolero v. Blitz und Donner


Bolero

v. Blitz und Donner u. d. Cinderella X v. Germanicus Rex

Z. Georg Pleister, B./R: Michelle Lukas

Im Folgenden werde ich euch die Laufbahn und sportlichen Werdegang meines Trakehners und mir beschreiben.

Bolero ist jetzt ein 11 jähriger Wallach von Blitz und Donner aus einer Mutter von Germanicus Rex und kommt aus der Zucht von Georg Pleister.

Unser erstes Aufeinandertreffen fand in einem Handelsstall in Osnabrück statt.

Schon da hatte er mein Herz erobert, obwohl er nur so dastand. Er war nicht grade der Hübscheste, wirkte auch eher zurückhaltend und ängstlich. Aber er schaffte es mit seinen großen dunkeln Augen und seinen Charme mich schon vor dem Probereiten in seinen Bann zu ziehen.

Als ich ihn dann Probe ritt, war er sehr unausbalanciert und rollte sich ständig ein. Trotzdem gab er mir ein super Gefühl und mir war schon nach dem Schrittreiten klar, dass ich nur dieses Pferd haben wollte. Bis dahin wussten wir auch nicht, dass er eigentlich ein Trakehner ist.

Uns würde er als Oldenburger vorgestellt.

So entschieden wir uns ihn zu nehmen und er wurde uns einen Monat später gebracht. Als er endlich da war, war er total abgemagert, keine Muskulatur und total respektlos. Weder Hufe geben, noch anbinden oder führen ging. Entweder riss er sich los, überrannte einen oder er stellte sich einfach so fest auf seinen Huf, dass man ihn grade so mit Mühe mit einem Strick wegziehen konnte, um ihn auszukratzen, was natürlich gute Voraussetzungen für den Schmied mit sich brachte.

Das war zu der Zeit sein größtes Problem.

Er stieg, er biss und trat um sich, ohne Rücksicht auf Verluste. Bis heute findet er den Schmied eher semi gut. Er steigt und beißt zwar meist nicht mehr, aber fängt am kompletten Körper an zu zittern.

Reiten war zu keiner Zeit ein Problem. Er lief immer schön brav. Rollte sich am Anfang aber sehr ein. Dies bekamen wir mit Unterricht gut hin. Am Anfang hat keiner an uns geglaubt. Alle sagten nur, wie kannst du dir so ein Pferd kaufen, der spinnt doch, der kann nichts. Ich war oft verzweifelt und habe nicht nur einmal in seiner Box gesessen und geweint. Habe mich trotzdem immer weiter durch gebissen und mit meiner damaligen Reitlehrerin an allen möglichen Problemen gearbeitet. Er ließ mich erst nach fast einem Jahr wirklich an sich ran und fing an mir zu vertrauen. Wir wurden immer mehr ein Team. Bis er ca. nach 2 Jahren anfing zu steigen beim Reiten, immer dann, wenn es anstrengend wurde. Er blockierte dann komplett und fing sogar an zu Bocken,