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  • AutorenbildMechthild Reitz

Tag 3 - un voyage en France - eine Reise nach Frankreich - une visite chez les éleveurs de Trakehner

Wir haben bereits am Vortag die Normandie verlassen, sind schon am Abend in der Bretagne nach Chauvigné angereist und übernachten in einer kleinen einfachen Hauberge.


Wir haben uns mit Katia Tombois verabredet.

Sie ist seit 2015 Mitglied im Trakehner Verband, kommt ursprünglich aus den Anglo-Arabischen Gefilden und besitzt derzeit eine 19-jährige Angardstute. 2011 hatte sie jene in Hessen erworben und in all den Jahren vorwiegend für reiterliche Zwecke genutzt. Sie unternahm jedoch auch zwei erfolgreiche Zuchtversuche: ein Hf. von Oliver Twist sowie ein Stutfohlen von L´Elu de Dun AA.

Letzteres belegte im vergangenen Jahr beim französischen Fohlenchampionat in Saumur einen hervorragenden 11. Platz und befindet sich aktuell in ihrem Besitz.

Perspektivisch denkt sie momentan über eine Embyrotransfer aus ihrer Angardstute oder den Kauf eines Stutfohlens nach.


Mit ihr haben wir zugleich ein tolle Fremdenführerin gefunden.

Auf dem Weg zum Stall, zeigt sie uns romantische Dörfer und Häuser, eine alte Cidrepresse und erfahren, dass z. B. in der Bretagne zwei Sprachen gesprochen werden: das reguläre Französisch und Bretonisch.

Diese Sprache ist eine Variante des Keltischen und eng mit dem Kornischen (Cornwall) und Walisischen (Wales) verwandt. Der Grund dafür ist, dass das Bretonische im 5. und 6. Jh. n.Chr. durch aus England neu eingewanderte christianisierte Kelten in der Bretagne verbreitet wurde


Verwundert sind wir über die zeitweise aus den älteren Häusern "herausragenden" Steine. Granit ist der Grund, aufgrund des Härtegrades, eine sehr schwierig händig abzutragende Gesteinsart. Entweder haben seinerzeit die Bauherren jene in den Hausbau kurzerhand mit einbezogen oder die Errichtung des Gebäudes um mehrere Meter verlegt.




Am Mittag geht es weiter nach La Bouillie. Wir bekommen die sonst jahreszeitübliche Wetterlage nun am eigenen Laib zu spüren, viel und ergiebiger Regen. Gummistiefel und (eigentlich) wetterfeste Jacken sind angesagt. Letztere helfen nicht viel, wir müssen uns mehrfach umziehen.


Wir sind unterwegs zu Gwendale Renault sowie Monica und Zsolt Kovacs. Sie bereiten uns ebenfalls einen überaus herzlichen Empfang, so dass das unbehagliche Klima der Stimmung keinerlei Abbruch tut.


Gwendale Renault ist hauptberuflich Landwirtin, bewirtschaftet 65 ha und besitzt eine Pferdepension mit integriertem Berittangebot.

Seit 2010 ist sie stolze Besitzerin einer Trakehner Stute von Sponeck. Diese erwartet in 2023 ein Fohlen von Singolo.

Rebecca Rooke, eine in Frankreich hocherfolgreiche Dressurreiterin, hat sich bereits eine 6 sowie einen 7jährigen Nachkommen gesichert.


Warum schätzt sie Trakehner? Die Neugierde, die Leistungsbereitschaft sowie die vielseitige Einsatzbereitschaft ist in ihren Augen einzigartig.




Zsolt Kovacs, ursprünglich in Rumänien beheimatet, bereiste 2014 mit einem Freund die Bretagne und war von Landschaft sowie Küste völlig beeindruckt. Für seine Frau Monica, Allgemeinmedizinerin, bot die Region ideale Voraussetzungen für eine Selbständigkeit.


Wie kam er zu den Trakehnern? Monica nahm Reitunterricht bei Gwendale Renault und lernte durch sie diese Rasse kennen und lieben.

Es keimte der Wunsch nach einem eigenen Pferd Der Kauf eines solchen gestaltete sich in Frankreich leider schwierig. Von daher suchte Zsolt Kovacs den Kontakt nach Deutschland und wurde fündig.

Es blieb nicht bei dem Reitpferd für die Frau, sondern er selbst begeisterte sich fortan für die Zucht.

Mittlerweile ist er stolzer Besitzer von 6 Prämien- und 3 Pachtstuten, davon sind die meisten tragend (v. Ivanhoe, Songline, Imperio, Rheinklang, Impact). Ein Teil der Pferde befindet sich aktuell noch in Deutschland.


Wie stellt er sich die Zukunft vor? Die Hauptmittelpunkt seiner Zucht soll in der Bretagne fortgeführt werden. Peu à peu werden die meisten Damen, sobald der Bau der Gestütsanlage (voraussichtlich April 2023) fertig gestellt ist, umziehen.


Ziel? Der Aufbau einer erfolgreichen Trakehner Zuchtstätte mit bedeutenden, konsolidierten Mutterstämmen sowie die Förderung der Nachkömmlinge im Turniersport.




Im strömenden Regen reisen wir gegen Abend Landèhen an, werden bei Yulia Remezova zwei russische Trakehner Stuten eintragen und treffen uns dort mit Janet Lorch - Scollay, der Präsidentin der AFT (s. Foto - hier mit ihrem Schwarzgoldsohn Muschamp Razmataz)










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